Die Walküre | Bayreuther Festspiele Karten

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Januar 1970
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Warum ist »Die Walküre« immer schon der populärste Teil des Zyklus »Der Ring des Nibelungen« gewesen? Natürlich wegen der zahlreichen musikalischen Höhepunkte wie »Winterstürme wichen dem Wonnemond«, dem »Walkürenritt« oder »Wotans Abschied und Feuerzauber«. Daneben sind es auch die beiden großen Liebesgeschichten, von denen die Oper als packendes Familiendrama erzählt: die leidenschaftliche Liebe eines Geschwisterpaares und die große Liebe zwischen einem Vater und seiner Tochter. Die liebenden und leidenden Menschen zeigt Wagner in der Tradition der großen deutschen romantischen Oper, aber ganz konzentriert auf das psychologische Kammerspiel der menschlichen Begegnungen.

 

Handlung

Wotans Vereinigung mit Erda entstammen neun Töchter, die Walküren, die den Kriegshelden im Kampf zur Seite stehen und die Gefallenen nach Walhall zu ewiger Wonne geleiten. Wotans Lieblingskind unter ihnen ist Brünnhilde. Doch den Göttern droht Gefahr von Alberich, der auf die Wiedererringung des Macht verleihenden Rings lauert. Er hat die Erfüllung seiner Rache an Wotan eines ungeborenen Sohnes bezeugt, so dass der Vater der Götter selbst mit aller Macht nach Erhalt der Rücksendung des Ringes bemühen muss, den er hatte, dass  er die Riesen für den Bau des Schlosses von den Göttern lässt.

 

Erster Akt

In einem furchtbaren Unwetter sucht Siegmund in Hundings Hütte Zuflucht. Sieglinde reicht dem Erschöpften einen erfrischenden Trank. Seltsam fühlen sie sich zueinander hingezogen. Als Hunding heimkehrt, berichtet Siegmund dem Misstrauischen sein trauriges Schicksal: Als er mit dem Vater von der Jagd heimkehrte, fand er das Haus verbrannt, die Mutter erschlagen und seine Zwillingsschwester verschwunden. Im Kampf mit einer feindlichen Sippe wurde er vom Vater getrennt, den er nicht mehr fand. Nun ist er waffenlos auf der Flucht. Da gibt sich Hunding selbst als Angehöriger dieser Sippe zu erkennen; im eigenen Haus hat er den Feind gefunden.

Für die Nacht schützt Siegmund das heilige Gastrecht, doch morgen wird er der Rache des Stamms verfallen sein. Allein geblieben ruft Siegmund nach seinem Vater Wälse, der ihm für höchste Not eine Waffe versprochen hatte (»Ein Schwert verhieß mir der Vater«). Da vermeint er, im Stamm einer riesigen Esche, die das Gefüge des Hauses stützt, den aufleuchtenden Griff eines Schwerts zu erblicken. Sieglinde kommt zurück. Sie hat Hunding einen betäubenden Schlaftrunk bereitet und weist Siegmund auf die Waffe hin. Sie erzählt ihm ihre eigene freudlose Geschichte (»Der Männer Sippe saß hier im Saal«). Ohne Liebe sei sie mit Hunding vermählt worden, doch bei der Hochzeitsfeier sei ein Greis erschienen und habe jenes Schwert in den Stamm der Esche gestoßen. Nur dem Stärksten, der es herausziehen könne, sei es bestimmt. In einer seltsamen Gefühlsaufwallung erkennen sie in dem Greis ihren gemeinsamen Vater Wälse, der die Waffe seinem starken Sohn, der für ihn das Erlösungswerk vollbringen soll, vorbehalten hat. Der Frühling erfüllt die Hütte mit hellem Licht (»Winterstürme wichen dem Wonnemond«). Siegmund gibt sich Sieglinde zu erkennen. Immer heftiger finden sie zueinander (»Deiner Augen Glut ... Wehwalt heißt du fürwahr? ... Siegmund heiß ich«). Mit gewaltiger Kraft zieht er das Schwert aus dem Stamm und nennt es »Nothung«. In wilder Leidenschaft eilt das Paar in den blühenden Frühling.

 

Zweiter Akt

In einem wilden Felsengebirge erteilt Wotan seiner Lieblingswalküre Brünnhilde den Auftrag, Siegmund in seinem bevorstehenden Kampf mit Hunding zum Sieg zu verhelfen. Fricka aber, die Hüterin der Ehe, hat Hundings Klage vernommen und fordert von Wotan Sühne für Ehebruch und Blutschande. Er muss ihr schwören, den Befehl an Brünnhilde zu widerrufen. In tiefer Resignation erzählt er seiner Lieblingstochter vom drohenden Ende der Götter, von Erdas Weissagung, von Alberichs noch ungeborenem Sohn und von seiner Selbsttäuschung über Siegmunds Natur als freier Held. Er selbst hat ihn ja durch das in der Not gegebene Schwert geschützt (»Als junger Liebe Lust mir verblich«). Nur das Ende sehnt Wotan noch herbei. Er befiehlt Brünnhilde, Siegmund im Kampf gegen Hunding unterliegen zu lassen. Ihrem Widerspruch setzt er die Drohung schwerer Strafe entgegen.

Auf der Flucht vor Hunding bricht Sieglinde erschöpft zusammen. Während Siegmund sie liebevoll bettet, erscheint ihm Brünnhilde, um ihm den baldigen Tod zu verkünden (»Siegmund, sieh auf mich«). Trotzig erklärt er, sich von Sieglinde nicht trennen zu wollen, eher wolle er sie töten. Da erbarmt sich Brünnhilde des unglücklichen Helden und verspricht ihm gegen Wotans Gebot Hilfe im Streit mit Hunding. Doch als sie Siegmund im Kampf mit ihrem Schild deckt, tötet ihn Wotan selbst mit seinem Speer. Durch eine verächtliche Handbewegung lässt er auch Hunding tot zu Boden stürzen. Dann eilt er der ungehorsamen Tochter nach, die mit Sieglinde die Flucht ergriffen hat.

 

Dritter Akt

Auf dem Gipfel des »Brünnhildensteines« versammeln sich alle Walküren, um gefallene Helden nach Walhall zu geleiten (»Walkürenritt«). Da naht Brünnhilde mit der willenlosen, verzagten Sieglinde und fleht ihre Schwestern an, sie vor dem rasenden Wotan, der sie verfolge, zu schützen. Sieglinde bittet Brünnhilde, ihr den Tod zu geben, doch als die Walküre ihr offenbart, dass sie Siegmunds Sohn unter dem Herzen trage, der zum größten aller Helden geschaffen sei, erwacht neuer Lebenswille in ihr (»O hehrestes Wunder«). Brünnhilde überreicht ihr die Stücke des von Wotan zerschlagenen Schwerts Siegmunds, mit denen Sieglinde flieht. Dann stellt sich Brünnhilde dem Zorn ihres Vaters. Sein Urteilsspruch ist streng: Sie soll nicht mehr Walküre sein, aus dem Kreis der Götter verbannt werden, in tiefen Schlaf versinken und die Frau des ersten Mannes sein, der sie am Wege findet und weckt. Entsetzt fliehen die Walküren vor Wotans schrecklichem Spruch; Brünnhilde erinnert Wotan mit bewegenden Worten daran, dass sie nur seinen ursprünglichen Willen erfüllen wollte. Nun mildert Wotan seinen Spruch. Ein ungeheures Feuer soll die Stätte ihres Schlafs umgeben und nur ein furchtloser Held wird sie zur Frau gewinnen können. Gerührt nimmt Wotan von seinem Lieblingskind Abschied (»Leb wohl, du kühnes herrliches Kind«), dann bettet er Brünnhilde zum Schlaf und beschwört Loge, der einen Feuerring um die Stätte legt. Schmerzerfüllt blickt Wotan zurück, dann entschwindet er durch das Flammenmeer.

Programm und Besetzung

Dirigent: Pietari Inkinen
Regie Valentin Schwarz
Bühnenbild: Andrea Cozzi
Kostüme: Andy besuchen
Dramaturgie: Konrad Kuhn
Licht: Reinhard Traub


Siegmund: Klaus Florian Vogt
Hunding: Georg Zeppenfeld
Wotan: Günther Groissböck
Sieglinde: Lise Davidsen
Brünnhilde: Petra Lang
Fricka: Christa Mayer
Gerhilde: Daniela Köhler
Ortlinde: Brit-Tone Müllertz
Schwertkämpferin: Christa Mayer
Helmwige: Regine Hangler
Siegrune: Nana Dzidziguri
Grimgerde: Marie Henriette Reinhold
Rossweisse: Simone Schröder

Bayreuther Festspiele

Die Bayreuther Festspiele oder Richard-Wagner-Festspiele sind ein Musiktheaterfestival, das den zehn letzten Opern Richard Wagners (1813–1883) gewidmet ist. Das Festival findet seit 1876 mit Unterbrechungen, seit 1951 alljährlich statt, im eigens dafür vom Komponisten gemeinsam mit dem Architekten Otto Brückwald (1841–1917) geschaffenen Festspielhaus auf dem Grünen Hügel Bayreuth. Die Festspiele dauern in der Regel vom 25 Juli bis 28 August.

Die ersten Festspiele begannen am 13. August 1876; sie boten die Uraufführung des kompletten Rings des Nibelungen. Zu den Gästen gehörten Franz Liszt, Anton Bruckner, Karl Klindworth, Camille Saint-Saens, Peter Tschaikowski, Edward Grieg, Lew Tolstoi, Paul Lindau, Friedrich Nietzsche und Gottfried Semper, ferner Kaiser Wilhelm I, Kaiser Pedro II von Brasilien und König Karl von Württemberg. König Ludwig hatte vom 6. bis zum 9. August die Generalproben besucht und kehrte erst zum dritten und letzten Aufführungszyklus zurück, wobei er sich allen öffentlichen Huldigungen entzog.

Der künstlerische Erfolg der Premiere wurde durch einige bühnentechnische Pannen beeinträchtigt, so dass Wagner sich weigerte, vor das applaudierende Publikum zu treten. Wegen des finanziellen Misserfolgs – es verblieben Schulden in Höhe von 148.000 Mark– konnten die nächsten Festspiele erst 1882 (mit der Uraufführung von Parsifal) durchgeführt werden. Wagner beabsichtigte, wie er in einem Brief an Ludwig II. schrieb, nach und nach alle seine Werke in seinem Festspielhaus „in der Weise aufzuführen, dass diese Aufführungen als Muster der Korrektheit meiner nächsten Nachwelt überliefert werden können“. Wenige Monate darauf starb Wagner. Bis kurz vor seinem Tod trug er sich mit dem Gedanken, Tannhäuser und den Fliegenden Holländer umzuarbeiten, um sie „bayreuthwürdig“ zu machen. Eine Aufführung seiner Frühwerke (Das Liebesverbot, Die Feen, Rienzi) untersagte er zwar nicht, bekundete aber auch kein Interesse daran. Bis heute ist es in Bayreuth üblich, nur die zehn Hauptwerke von Holländer bis Parsifal zu spielen.

Jährlich finden 30 Vorstellungen statt. Besonderheiten der Bayreuther Festspiele sind der Beginn der Vorstellungen bereits am Nachmittag und die einstündigen Pausen die wegen der Länge von Wagners Werken eingeführt wurden.

Die lange im Voraus ausverkauften 30 Vorstellungen können von ca. 58.000 Zuschauern gesehen werden. Dieser Zahl gegenüber steht eine Nachfrage von bis zu 500.000 Kartenbestellungen, so dass mit Wartezeiten von zehn und mehr Jahren gerechnet werden muss.

 

 

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