Gastspiel Böhm

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Januar 1970
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„Es ist sicher im Sinne der Regierung gelegen, wenn ich als deutscher Dirigent nach Wien gehe, um dort den zahlreichen Anhängern der nationalsozialistischen Idee neue Anregung zu geben, umso mehr als ich gebürtiger Österreicher bin. […] Heil Hitler!“ schrieb der große Dirigent Karl Böhm bereits 1935. 1945 entfernten ihn die alliierten Behörden wegen zu großer Nähe zum Nazi-Regime aus dem Amt des Direktors der Wiener Staatsoper, das er seit 1943 bekleidet hatte, und belegten ihn mit einem Auftrittsverbot.
1956 wurde er dann ein zweites Mal mit diesem Amt betraut. Neben seinen umjubelten Gastspielen F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig – im Oktober auch im Akademietheater – gastiert Nikolaus Habjan nun mit seinem jüngsten Solo über einen sehr alten Mann und seine brüchigen Erinnerungen an finsterste Zeiten am Burgtheater

Programm und Besetzung

mit Nikolaus Habjan (Puppenspiel, Rezitation)

Regie: Nikolaus Habjan (Puppenspiel, Rezitation)

Mitarbeit Regie: Martina Gredler

Bühne: Julius Semmelmann

Kostüme: Cedrik Mpaka

Licht: Thomas Trummer

Dramaturgie: Elisabeth Geyer

Burgtheater

Am 14. März 1741 überließ Kaiserin Maria Theresia dem Theaterunternehmer Selliers ein neben der Hofburg leerstehendes Ballhaus zur Verpachtung an Schauspielertruppen. Ihr Sohn Joseph II. stellte es 1776 per Dekret als "Teutsches Nationaltheater" unter die Administration des Hofes. Damit begann die Glanzzeit der deutschsprachigen Schauspielkunst in Wien. Seit 1794 trägt das Theater den Namen "K.K. Hoftheater nächst der Burg". Es erlebte eine erste Blütezeit unter Direktor Joseph Schreyvogel (von 1814 bis 1832), der sich besonders um die Pflege der Weimarer Klassik bemühte und Franz Grillparzer an die Burg holte. Ein wichtiger Reformator des Hauses wurde Heinrich Laube (künstlerischer Leiter von 1849 bis 1867). Mit seinem literarisch anspruchsvollen Spielplan kam ein grandioses Schauspielerensemble an die Burg. "Diese Schauspieler spielen ihre eigene Situation in dieser Stadt, die eine einzigartige, vollkommen scheinhafte und dabei großartige ist." (Hugo von Hofmannsthal). Das berühmte Ensemble war und ist die wichtigste Konstante des Theaters.

Nach 130 Jahren Spielbetrieb wurde am 14.10.1888 - nach vierzehnjähriger Bauzeit - das neue Theaterhaus von Gottfried Semper und Karl Hasenauer am Ring eröffnet. Als erster elektrisch beleuchteter Monumentalbau erregte das Gebäude beachtliches Aufsehen - wenngleich bühnentechnische und akustische Mängel auftraten, die erst 1897 beseitigt wurden. Das ehemalige Hoftheater wurde der Verwaltung des Staates übergeben. Obwohl das Haus seit 1919 einfach "Burgtheater" heißt, hat sich an seiner Stirnseite ebenso wie an der Rückseite die alte Aufschrift "K.K. Hofburgtheater" unversehrt erhalten.

By Thomas Ledl - Own work, ©
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