Mozart - Die Hochzeit des Figaro - Versailles Opera

Tickets kaufen
Januar 2021
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So

Le Nozze di Figaro

Wolfgang Amadeus Mozart

Wolfgang Amadeus Mozarts Le nozze di Figaro - eines der beliebtesten und meistgespielten Werke an der Wiener Staatsoper - erzählt von einem "tollen Tag": Ein Ausnahmewerk in musikalischer Hinsicht, das auf dem kongenialen Libretto von Lorenzo Da Ponte basiert.

 

1. Akt
Figaro, der gewandte Diener des Grafen Almaviva, ist mit Susanna, der Zofe der Gräfin Almaviva verlobt. Das für die beiden vom Grafen angewiesene Zim­mer wird ausgemessen. Die Nähe zu den gräflichen Gemä­chern scheint Figaro ein Vor­teil, doch wird er von Susanna belehrt, dass diese Nähe auch ihre Gefahren habe. Denn der Graf habe zwar auf das alte Herrenrecht, das Jus primae noctis, verzichtet, nicht aber auf Figaros Susanna. Und noch andere Gefahren bedrohen Fi­garo, ohne dass er es ahnt: Marcellina, Haushälterin im Schloss des Grafen, hat seiner­zeit Figaro Geld geliehen gegen ein von diesem längst vergessenes Heiratsverspre­chen; sie denkt nun daran, den Wechsel zu präsentieren. Ihr Berater, Dr. Bartolo, wird diese Forderung mit dem nöti­gen Nachdruck — und nicht ohne seinerseits eine Rechnung für erduldete Streiche vorzu­weisen — einbringen. Die Anti­pathie zwischen Susanna und Marcellina bedürfte allerdings kaum so konkreter Ursachen: Sie äußert sich schon bei blo­ßen Fragen der Etikette. Der Page Cherubino überrascht Susanna. Er bittet sie um Fürsprache bei der von ihm so hoch verehrten Gräfin, damit sie den Gra­fen beschwichtige, der ihn bei einer Liebelei mit der Gärt­nerstochter Barbarina entdeckt hat. Der unvermutete Eintritt des Grafen lässt den Pagen hinter einem Fauteuil Deckung suchen. Kaum hat der Graf der hübschen Zofe Susanna die ersten Avancen gemacht, wird er selbst durch den Eintritt des Musikmeisters Basilio über­rascht. Während er sich hinter dem Fauteuil verbirgt, gleitet Cherubino in den Fauteuil und deckt sich dort mit einem Tuch zu. Lang duldet es den Grafen frei­lich nicht in seinem Versteck: Als er aus dem Munde des intri­ganten Musikmeisters hört, dass der Page seiner Gemahlin nachstellt, tritt er hervor. Ja, der Page! Erst neulich habe er ihn bei Barbarina erwischt! Che­rubinos Unglück will es, dass er nun auch hier entdeckt wird. Die Strafe ist fürchterlich: Er erhält ein Offizierspatent und muss so­fort zur Truppe abreisen. Für die allzu nachdrückliche Art, in welcher das Volk den Grafen als Schützer der Unschuld feiert, revanchiert er sich, indem er zunächst noch die feierliche Überreichung des Brautschlei­ers an Susanna verweigert.

2. Akt
Die Untreue des Gatten lastet schwer auf dem Gemüt der Grä­fin. Hoffnung bringen ihr Su­sanna und Figaro. Sein Plan: Ein gefälschtes Briefchen, das man dem Grafen in die Hände spielen wolle, solle ihn auf ein heimliches Stelldichein seiner Frau aufmerksam machen; an ihrer Stelle würde er aber nur den als Mädchen verkleideten, noch nicht abgereisten Cheru­bino finden. Der Page, bis über beide Ohren in die Gräfin ver­liebt, zeigt sich zur Verkleidung willig und geschickt. Doch da pocht es an der Tür: Der Brief hatte eine andere als die ge­wünschte Wirkung — der Graf will die Gattin sofort zur Rede stellen und dringt in ihr Zimmer ein. Cherubino schlüpft in das Kabinett, Susanna versteckt sich. Der Graf verlangt, dass die Tür geöffnet werde. Die Weige­rung der Gräfin ist ihm Anlass genug, die Tür aufzubrechen. Er geht, um entsprechendes Werkzeug zu holen und zwingt die Gräfin, ihn zu begleiten. Diese Frist nützt Cherubino, um sich mit Susannas Hilfe durch einen kühnen Sprung aus dem Fenster zu retten. Graf und Gräfin kehren zu­rück. Bevor es zum Äußersten kommt, gesteht die Gräfin die geplante Intrige — doch aus dem Kabinett tritt nicht Cheru­bino, sondern Susanna hervor. Der Graf scheint blamiert und bittet um Verzeihung. Da tritt zur Unzeit Figaro ein. Er wird vom Grafen wegen des Briefes befragt, streitet aber alles ab. Schließlich erscheint noch der Gärtner, der behauptet, jemand sei aus dem Fenster gesprun­gen. Des Grafen Verdacht er­wacht aufs Neue, zumal der Flüchtling ein Papier verlor, das vom Gärtner aufgelesen wurde. Um die Situation zu retten, nimmt Figaro alles auf sich: Er selbst sei auf der Flucht vor dem Grafen zum Fenster hinausgesprungen, weil er wegen des Briefes ein schlechtes Gewis­sen hatte. Was er dabei verlo­ren habe? Der Gräfin und Su­sanna gelingt es, ihm heimlich die richtige Antwort zu über­mitteln: Es sei das Offizierspa­tent des Pagen und es fehle darauf das Siegel, weswegen Figaro es übernommen habe, um diesen Formfehler beseitigen zu lassen. Der Graf gibt sich ge­schlagen. Schon aber erschei­nen Marcellina, Bartolo und Basilia, um ihre Forderung gegen Figaro geltend zu ma­chen. Der Graf, froh, eine Ge­legenheit zur Verschiebung der Hochzeit seines Kammerdie­ners gefunden zu haben, ver­spricht gerichtliche Untersu­chung.

3. Akt
Die Gräfin und Susanna haben einen neuen Plan ausgeheckt. Sie werden am Abend die Klei­der tauschen, die Gräfin wird dann an Susannas Stelle zum Rendezvous mit dem Grafen kommen. Sie verspricht sich da­von die Besinnung ihres Gat­ten, Susanna den günstigen Ausgang des Prozesses zwi­schen Figaro und Marcellina. Zunächst muss der Graf zum Rendezvous gewonnen wer­den: Dies gelingt Susanna mit geringer Mühe. Ihren Erfolg macht sie aber gleich wieder durch ein unbedachtes, vom Grafen belauschtes Wort des Triumphes an Figaro zunichte. Der Graf ahnt, warum sich Su­sanna entgegenkommend zeig­te, will daher den Urteilsspruch anders ausfallen lassen, als sie es er­hofft! Der Richter Don Curzio ist ein willfähriges Instrument der gräflichen Wünsche. Doch da geschieht etwas Unvorherge­sehenes: Es stellt sich heraus, dass Marcellina und Bartolo die Eltern Figaros sind. Jetzt haben die beiden gegen Susanna nichts mehr einzuwenden. Die Liebe zu ihrem Gemahl lässt die Gräfin an ihrem Plan fest­halten. Eine neuerliche Einla­dung durch Susanna ist nötig, das Briefchen wird von ihr nach dem Diktat der Gräfin geschrie­ben und mit einer Nadel ver­schlossen. Als Zeichen des Ein­verständnisses soll diese Nadel zurückgegeben werden. Barbarina, die Gärtnerstochter, und andere Mädchen bringen der Gräfin Blumen. Cherubino hat sich in Frauenkleidern unter sie gemischt. Der Graf findet ihn so. Barbarina kennt aber das Mittel, den Grafen von jeder weiteren Verfolgung Abstand nehmen zu lassen; ein Wort von ihr ge­nügt … Ein Fest wird gegeben, der Graf muss, übelgelaunt, in die Verbin­dung Susannas und Figaros ein­willigen. Seine Laune bessert sich allerdings, als er von Su­sanna das Billett zugesteckt er­hält. Das Briefchen in seiner Hand bleibt übrigens nicht un­bemerkt, ebensowenig wie die Tatsache, dass der Graf sich an der Nadel ritzt: Figaro ahnt, dass irgendeine Schöne den Grafen zum Rendezvous einlädt.

4. Akt
Barbarina sucht die Nadel, die sie im Auftrag des Grafen Su­sanna zurückbringen soll. Fi­garo überrascht sie dabei; ahnungslos erzählt sie ihm, von wem das Briefchen kam. Nun hält Figaro Susannas Untreue für erwiesen. Er wird ihr im finsteren Garten auflauern. Susanna erscheint in den Klei­dern der Gräfin, ihre Gedanken gelten dem Geliebten. Im finste­ren Park sind aber noch andere Nachtschwärmer unterwegs. Die Gräfin, in Susannas Klei­dern, wird vom Pagen Cherubin bedrängt, der aber vom Grafen verjagt wird. Nach diesem Sieg lädt der Graf die vermeintliche Susanna in eine Laube ein. Fi­garo ist entsetzt, aber nicht lange: Diejenige, die er für die Gräfin hielt, erkennt er an der Stimme als seine Susanna! Doch spielt er die Komödie zu­nächst noch mit, übertreibt sie sogar, indem er sich der „Frau Gräfin“ zu Füßen wirft. Prompt erhält er eine Ohrfeige. Dann aber wird zwischen den beiden Frieden gemacht. Die Täuschung wird nun noch einmal für den Grafen wieder­holt, der auch, ungeachtet dessen, dass er selbst auf Schleichwegen der Liebe geht, die vermeintliche Verfehlung seiner Gattin rächen zu müssen glaubt. Er ruft nach Waffen, nach Leuten, er will seine Gattin kompromittieren. Aus der Laube zerrt er Barba­rina und Cherubino heraus, dann die verkleidete Susanna — und kommt erst zur Raison, als die Gräfin in Susannas Kleidern er­scheint und sich zu erkennen gibt. Jetzt erkennt der Graf sein Unrecht und bittet um Verge­bung, die ihm auch gewährt wird. Der Vermählung von Fi­garo und Susanna steht nun, am Ende dieses tollen Tages, nichts mehr im Wege.

 

Programm und Besetzung

Besetzung


Robert Gleadow: Figaro
Anna-Maria Labin: Die Gräfin Almaviva
Thomas Dolié: Le conte Almaviva
Angela Brower und Megan Marino: Susanna (im Wechsel)
Lauren Fagan: Marcellina
Miriam Albano: Cherubino
André Courville: Bartolo, Antonio
Alasdair Kent und James Ley: Don Basilio, Don Curzio (abwechselnd)
Manon Lamaison: Barbarina


Les Musiciens du Louvre
Marc Minkowski: Dirigent
Ivan Alexandre: Direktor
Antoine Fontaine: Bühnenbilder und Kostüme
Tobias Haström Stahl: Lichter


Programm


Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)
Le Nozze di Figaro


Opernbouffe in vier Akten nach einem Libretto von Lorenzo da Ponte aus Le Mariage de Figaro von Beaumarchais, geschaffen in Wien am 1. Mai 1786.

Schloss Versailles

Versailles war das Symbol einer strahlenden Monarchie, und künstlerisch ebenso bedeutend, wie in der Politik. Ludwig XIV. umgab sich mit den talentiertesten Künstlern seiner Zeit und förderte dabei auch neue Strömungen. Dieser von der Kunst beeinflusste Ort war stets Mittelpunkt prunkvoller Feste: Theater, Oper, Ballett, Feuerwerke, Pferde- und Wasserfeste und Bankette auf höchstem Niveau lösten einander ab.

Das Schloss Versailles bleibt der Tradition treu, und auch weiterhin ein besonders schmucker Veranstaltungsort des kulturellen Lebens und trendiger Events. Die Großen Wasserspiele, Opernaufführungen, Konzerte, Balletts, Großveranstaltungen, Serenaden, der große Maskenball und Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Anerkannte Künstler erfüllen diese wunderschönen Räumlichkeiten mit klassischen und zeitgenössischen Kunstwerken.

Das Schloss Versailles (französisch: Château de Versailles) in der gleichnamigen Nachbarstadt von Paris ist eine der größten Palastanlagen Europas und war von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zum Ausbruch der Französischen Revolution die Hauptresidenz der Könige von Frankreich. Der Barock-Bau, dessen größte Ausdehnung mehr als einen halben Kilometer beträgt, gilt als ein Höhepunkt europäischer Palastarchitektur  und diente vom 17. bis zum 19. Jahrhundert als Vorbild für zahlreiche weitere Schlossbauten.

Ursprünglich von Philibert Le Roy als Jagdschloss für König Ludwig XIII. errichtet, wurde die Anlage ab 1661 unter Ludwig XIV. durch Louis Le Vau, François d’Orbay,Jules Hardouin-Mansart und Robert de Cotte in mehreren Phasen um- und ausgebaut. Die Innenausstattung schuf Charles Lebrun, die berühmten Gartenanlagenstammen von André Le Nôtre. In seiner Zeit als Residenz war der Palast fast durchgehend von einem mehrere tausend Personen umfassenden Hofstaat bewohnt und bildete das kulturelle und politische Zentrum Frankreichs.

Seit dem 19. Jahrhundert wird das Schloss als Museum genutzt. Wie die drei weiteren im Park befindlichen Lustschlösser und die weitläufigen Gartenanlagen steht es heute für Besucher offen. Während der Mittelbau mit den Staatssälen des 17. und 18. Jahrhunderts in der ursprünglichen Form zu sehen ist, beherbergen die großen Seitenflügel das im 19. Jahrhundert eingerichtete Museum der Geschichte Frankreichs. 1979 wurde Schloss Versailles in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Royal Opera

Die königliche Oper des Schlosses Versailles befindet sich auf den Geländen des Schlosses und ist eine der größten Opernhäuser. Die Eröffnung des Opernhauses von Versailles brachte eine Reihe von Planungen, Entwürfen und Projekten, dass fast ein Jahrhundert dauerte. Das Opernhaus wurde erst gegen das Ende der Regierung von Luis XV fertig gestellt. Es wurde aber viel früher vorgesehen als das Jahr 1682, nämlich als sein Vorgänger Luis XIV das Schloss seine Residenz machte. Der König beauftragte Jules Hardouin-Mansart und Vigarani, dass diese Pläne für ein Ballett Theater aufzeichnen. Mansart entschied sich scharfsinnig  dass ein neuer Flügel über die nächsten Jahren zusätzlich gebaut wird.

Die Schlosskapelle 

Bevor der Palast die heutige Versailler Schlosskapelle am Nordflügel erhielt, war der Kirchensaal in wechselnden Räumen untergebracht, unter anderem auch im späteren Herkulessalon. Jules Hardouin-Mansart plante ursprünglich eine kuppelüberwölbte Kapelle in der Mitte des Nordflügels, diese Pläne wurden aber wieder fallen gelassen.[34] Die finanziellen Mittel für ein eigenes Kirchengebäude innerhalb des Schlosskomplexes standen erst nach dem Frieden von Rijswijk zur Verfügung. Mansart begann mit dem Bau 1699, konnte ihn aber durch seinen Tod 1708 nicht vollenden, den Auftrag übernahm Robert de Cotte. Die dem Heiligen Ludwig geweihte Kapelle ist zweistöckig und 25 Meter hoch. Die obere Etage war dem König und der königlichen Familie vorbehalten, auf der unteren Ebene saß der Hof. In ihrer Form schafft sie eine Verbindung von der mittelalterlichen Gotik zum barocken Gotteshaus. Drei Fresken verschiedener Maler stellen die Themen Gottvater, Sohn und Heiliger Geist dar. Die Orgel der Kirche wurde 1711 von Robert Clicquot erbaut und wurde 1995 unter Verwendung von 2 % Originalmaterial rekonstruiert. In der Kapelle fand unter anderem die Trauung Ludwigs XVI. und Marie Antoinettes statt.

Das Schloss verfügte zur Zeit des Sonnenkönigs noch über keinen festen Theatersaal. Schau- und Singspiele wurden je nach Umfang in verschiedenen Räumen aufgeführt, für Schauspieler und Musiker konnten mobile Tribünen aufgebaut werden. Dasheutige Opernhaus am äußersten Ende des Nordflügels gehört zu den letzten großen Baumaßnahmen des Ancien Régime, es wurde anlässlich der Hochzeit Marie Antoinettes mit dem späteren Ludwig XVI. errichtet. Der Opernsaal diente sowohl für Bankette, Singspiele als auch Theateraufführungen. Das aus Gründen der Akustik vollkommen aus Holz gebaute Theater für 712 Zuschauer wurde von Ange-Jacques Gabriel 1769 bis 1770 im Nordflügel eingerichtet. Die Bühnentiefe und -höhe beträgt 21 Meter, bei einer Portalbreite von etwa sieben Metern. Die königliche Loge ist im unteren Rang versteckt und nicht durch einen Balkon hervorgehoben, um Ludwig XV. zu ermöglichen, ungesehen zu kommen und zu gehen. Dies ist ein Hinweis auf das privatere Zeremoniell unter den Nachfolgern des Sonnenkönigs.

 

Die Gartenanlagen

Der riesige Park des Schlosses, eine Fläche von 815 Hektar, ist weltweit bekannt für die Schönheit seiner prachtvollen französischen Gärten realisiert von André Le Nôtre im XVII. Jahrhundert für den Sonnenkönig Ludwig XIV. Einladung zur Promenade, der majestätische Park, welcher sich auf beiden Seiten des großen Kanals ausbreitet, bildet ein richtiges Museum unter freiem Himmel der klassischen Bildhauerei. Im Laufe der Alleen, es ist eine wundervolle Aufeinanderfolge von Statuen, Brunnen, Wasserbecken, blühende Blumenbeete und Wäldchen, die sich dem Augenschein der Spaziergänger und Liebhaber von Pflanzen-Architektur enthüllen. Beim Schlendern wir man nicht versäumen die Wasserparterre, die Orangerie und ihre exotischen Bäume, die Apollo- und Neptun-Becken, sowie den kleinen und großen Trianon, architektonische Schmuckstücke, und den charmanten Weiler der Königin, bewundern zu gehen. Im Sommer, die prächtigen Spektakels welche im Park stattfinden, wie die „Grandes Eaux Musicales“ (große musikalische Wasserspiele), die „Fêtes de Nuit“ (Nachtfeste) und die „Grandes Eaux Nocturnes“ (grosse nächtliche Wasserspiele), sind fantastisch.

Die Gartenanlagen gehen auf den von Jacques Boyceau de la Barauderie für Ludwig XIII. geschaffenen Petit Parc zurück. Sie wurden in ihrer heutigen Ausdehnung weitgehend in drei Abschnitten von 1662 bis 1667, 1668 bis 1677 und 1678 bis 1689 durch André Le Nôtre geschaffen. Der Schlosspark gliedert sich in drei für alle Barockgärten typische Bereiche: Die dem Schloss nahen Parterres, die anschließenden Boskette und den fernen Jagdwald. Der Bereich der Parterres, der Boskette und des großen Kanals wird noch heute als Petit Parc bezeichnet, der ursprünglich mehrere tausend Hektar große Waldbereich als Grand Parc. Die aus dem Vorbild von Vaux-le-Vicomte übernommene Hauptachse gliedert die Gartenanlagen und führt von der Stadt durch das Schloss, durch den Garten und den großen Kanal bis in die weite Ferne. Der Park wurde durch mehr als 75.000 gestutzte Bäume und Bäumchen verziert, von denen zahlreiche aus den Baumschulen Vaux-le-Vicomtes stammten und zu Fouquets beschlagnahmtem Vermögen gehörten. Bezeichnenderweise blieb der Park in seiner barocken Struktur bis zum Ende des Ancien Régime in weiten Teilen unverändert. Die im 18. Jahrhundert von englischen Vorbildern beeinflusste Umgestaltung vieler europäischer Schlossparks tangierte die Versailler Gärten nur im kleinen Maßstab im sogenannten Boskett der Königin, im Boskett des Apollo-Bades und im privaten Bereich der Trianon-Schlösser. Zur Zeit Ludwigs XVI. wurden Teile des Parks umgestaltet und eine Aufforstung der Boskette vorgenommen. Dafür wurden weite Bereiche gerodet und neu bepflanzt, eine ähnliche Neubepflanzung wurde in den 1990er Jahren vorgenommen.

Den Übergang vom Schloss- zum Gartenbereich bilden die Parterres, die durch ihre niedrige Bepflanzung den Blick auf das Gebäude gewähren und durch ihre ornamentale Gestaltung die Motive der Baudekoration wiederholen. Vor dem Nord- und dem Südflügel des Schlosses befinden sich prächtige Broderieparterres, das Parterre du Nord und das Parterre du Midi, die mit ornamentalen Blumenpflanzungen, zahlreichen Prunkvasen und Statuen dekoriert sind. Dem Corps de Logissind zwei große Wasserbecken vorgelagert, die als Parterre d’Eau bezeichnet werden. In den fünfzehn Bosketten wiederholen sich die Säle des Schlossinneren im Freien. Hier sind mit gärtnerischen Mitteln Salons zwischen Hecken und Bäumen eingerichtet, die man ebenfalls mit Skulpturen, Springbrunnen und kunstvoll beschnittenen Pflanzen ausstaffierte. Zu den bekanntesten Gartenarchitekturen Frankreichs gehört dort die von Mansart entworfene kreisrunde, mit dutzenden Springbrunnen verzierte Kolonnade, seinerzeit berühmt war auch das große Labyrinth von Versailles.

Ähnliche Veranstaltungen