Rinaldo

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Januar 1970
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Handlung (Erstfassung)
Historischer und literarischer Hintergrund
→ Hauptartikel: Das befreite Jerusalem (Epos)


Erster Akt

Die christlichen Armeen unter Goffredo (Gottfried von Bouillon) belagern die Stadt Jerusalem, die von ihrem sarazenischen König Argante verteidigt wird. Bei Gottfried sind sein Bruder Eustazio und seine Tochter Almirena, die den christlichen Ritter Rinaldo liebt und auch von ihm wiedergeliebt wird. Argantes Verbündete und Geliebte ist Armida, die Königin von Damaskus, die eine Zauberin von hohem Können ist.

Im christlichen Lager antizipiert Goffredo schon den Ruhm, den die unmittelbar bevorstehende Einnahme Jerusalems bringen wird, und bekräftigt Rinaldo gegenüber, dass er Almirena heiraten könne, wenn die Christen siegreich seien. Almirena ermutigt Rinaldo, sich auf den Feldzug zu konzentrieren und alle Liebesgedanken so lange zu vergessen, doch er beklagt, dass seine Liebe noch warten muss.

Ein Herold kündigt die Ankunft Argantes an, der, wie Eustazio richtig vermutet, aus Angst vor der Niederlage kommt und um einen dreitägigen Waffenstillstand bittet, den Goffredo auch gewährt. Wieder allein, sehnt sich Argante nach Armida, die in einem von Drachen gezogenen Wagen vom Himmel herabsteigt. Sie berichtet ihm, dass ihre Zauberkünste sie dazu befähigt haben zu sehen, dass ihre einzige Hoffnung auf Sieg darin liege, den christlichen Truppen Rinaldos Unterstützung zu entziehen – eine Aufgabe, derer sie selbst sich annehmen werde.

In einem schönen Garten mit zwitschernden Vögeln drehen sich Almirenas Gedanken um ihre Liebe. Sie und Rinaldo tauschen Zärtlichkeiten aus, bis Armida plötzlich Almirena unter einer Wolke, die von feuerspeienden Monstern produziert wird, entführt und einen verzweifelten Rinaldo zurücklässt. Er erzählt Goffredo und Eustazio, was geschehen ist, und Eustazio schlägt vor, bei einem christlichen Zauberer Hilfe zu suchen. Rinaldo fühlt sich ermutigt und bittet den Himmel und die Winde, ihn bei seinem Rachefeldzug zu unterstützen.
 

Zweiter Akt

Eustazio, Rinaldo und Goffredo treffen am Ufer in der Nähe der Höhle des Zauberers ein. Ein Geist in Gestalt einer schönen Frau, die vorgibt, von Almirena gesandt zu sein, versucht, Rinaldo in ihr Boot zu locken, während zwei Sirenen von den Freuden der Liebe singen. Rinaldos Gefährten, die eine Falle vermuten, versuchen ihn zurückzuhalten, doch er weist ihren Rat zurück, macht sich frei, steigt in das Boot und segelt davon. Eustazio ist über Rinaldos scheinbare Flucht überrascht, Goffredo macht sich Mut zum Kampf, obwohl er jetzt sowohl Almirena als auch Rinaldo verloren hat.

In einem schönen Garten in Armidas verzaubertem Palast beklagt Almirena ihre Gefangenschaft. Argante erklärt Almirena seine Liebe; sie fordert von ihm, das zu beweisen, indem er sie freilasse. Als sie weiter klagt, wird Argantes Widerstand schwächer, und er verspricht schließlich ihr zu helfen.

Armida frohlockt inzwischen darüber, dass sie Rinaldo gefangen nehmen konnte. Doch als er zu ihr gebracht wird, ist sie von seinem Stolz gefesselt und erklärt ihm ihre Liebe, um jedoch nur verächtlich zurückgewiesen zu werden. Sie versucht nun ihn zu verführen, indem sie die Gestalt Almirenas annimmt, doch nach anfänglicher Verwirrung vermutet Rinaldo rasch den Betrug. Er geht weg und Armida ist hin- und hergerissen zwischen wütender Rache über die Zurückweisung und einer Liebe, die sie unfähig zur Rache macht. Armida hofft immer noch Rinaldo zu täuschen und nimmt wieder die Gestalt Almirenas an, doch nun nähert sich Argante. Im Gegensatz zu Rinaldo durchschaut er die Täuschung nicht und macht „Almirena“ erneut Avancen – sehr zu Armidas Ärger. Sie beschuldigt ihn des Verrats, und er gesteht Almirena zu lieben und erklärt sich bereit, ohne Armidas Hilfe in den Kampf zu ziehen. Armida schwört Argante Rache.

 

Dritter Akt

Eustazio und Goffredo erreichen die Höhle des Zauberers, die am Fuße des Berges liegt, auf dessen Gipfel sich Armidas von Monstern bewachter Palast befindet. Der Zauberer teilt Eustazio und Goffredo mit, dass sich Rinaldo und Almirena im Palast aufhalten, und so ziehen sie sofort mit ihren Truppen den Berg hinauf. Alle Warnungen, dass sie nur in den Palast gelangen, wenn sie die infernalische Macht Armidas mit gleichen Mitteln parieren können, schlagen sie in den Wind. Schreckliche Monster treiben sie zurück, und der ganze Berg ist in Rauch und Flammen gehüllt.

Der Zauberer stattet nun Eustazio und Goffredo mit Zauberstäben aus, mit deren Hilfe sie Armidas Zauber brechen können, und ermutigt sie, einen erneuten Angriff auf den Palast zu versuchen. Mit ihren Zauberstäben können sie die Monster besiegen. Als die Brüder die Tore des Palasts berühren, verschwinden sowohl Berg als auch Palast, und sie selbst finden sich an einem Felsen über dem schäumenden Meer wieder. Sie erklimmen den Felsen, und man verliert sie aus dem Blick. Der Eremit singt, um ihnen Mut zu machen, bis sie ihren Sieg errungen haben, dann verschwindet er in seiner Höhle.

Inzwischen ist Armida im Garten ihres Palastes kurz davor, Almirena zu töten, um sich für Rinaldos Gleichgültigkeit zu rächen. Er zückt sein Schwert, doch aus dem Boden erscheinen plötzlich Geister, um Armida zu verteidigen. Sie ruft die Furien herbei, damit sie sie beschützen, als Goffredo und Eustazio herankommen. Doch als sie den Garten mit ihren Zauberstäben berühren, verschwindet er, und man sieht eine weite Ebene und Jerusalem in der Ferne. Armida versucht erneut, Almirena zu erstechen, doch sie verschwindet, als Rinaldo sie mit seinem Schwert schlägt. Goffredo, Eustazio, Almirena und Rinaldo jubeln darüber, dass sie wieder vereint sind. Die Helden beschließen ihren Angriff auf Jerusalem am nächsten Morgen zu beginnen und Goffredo fordert Rinaldo auf, die Zeit, die er mit Liebeserklärungen verbracht hat, jetzt durch ehrenvolle Taten auf dem Schlachtfeld wieder wettzumachen. Rinaldo denkt darüber nach, dass Liebe und das Verlangen nach ruhmreichen Taten ihn anspornen, sich auszuzeichnen.

Die Sarazenen bereiten sich auch für die Schlacht vor. Argante feuert seine Generäle an, Jerusalem mutig zu verteidigen. Den gemeinsamen Feind vor Augen, versöhnt er sich mit Armida, und sie mustern ihre Truppen.

Im christlichen Lager freut sich Almirena schon darauf, endlich mit ihrem Liebsten vereint zu sein. Als die Feinde heranrücken, vertraut Goffredo sie und das Lager Eustazios Schutz an. Goffredo und Rinaldo inspizieren ihre Truppen und planen ihre Kampfstrategie. Goffredo soll die Hauptarmee anführen, während Rinaldo von der Flanke her angreifen soll. Rinaldo freut sich schon auf den Sieg in der Schlacht und die Erfüllung seiner Liebe zu Almirena. Argante und Goffredo befehligen und ermutigen ihre Truppen, und schließlich beginnt der Kampf. Zeitweise scheint der Ausgang ungewiss, doch als Rinaldo, dem es schon gelang, Jerusalem einzunehmen, seinen Flankenangriff macht, werden die Sarazenen in die Flucht geschlagen. Argante wird von Rinaldo gefangen genommen, Armida von Eustazio. Rinaldo und Almirena sind endlich vereint, Armida und Argante bekennen sich zum Christentum und Goffredo lässt sie wieder frei. Alle erklären die Tugend als höchsten Wert.

Programm und Besetzung

Dirigent: Federico Maria Sardelli
Regisseur, Bühnenbilder und Kostüme: Pier Luigi Pizzi

 
Rinaldo: Teresa Iervolino
Goffredo: Leonardo Cortellazzi
Almirena: Francesca Aspromonte
Armida: Ruth Iniesta
Silber: Andrea Patucelli
Zauberer: William Corrò


Das Orchester und der Chor von Phoenix
Chormeister: Claudio Marino Moretti

 

Teatro La Fenice

Das Teatro La Fenice (italienisch: Gran Teatro La Fenice di Venezia) ist das größte und bekannteste Opernhaus in Venedig.
Nachdem im Jahr 1773 das wichtigste Opernhaus Venedigs dem Feuer zum Opfer gefallen war, konnten sich die Betreibergesellschaft und die Patrizierfamilie, welche die Eigentümer waren, nicht über den Wiederaufbau einigen. Daraufhin beschlossen die Betreiber, ein eigenes Haus zu errichten. Die Bauarbeiten begannen im April 1790 unter der Leitung des Architekten Gian Antonio Selva. Die Oper wurde am 16. Mai 1792 eröffnet und in Anspielung auf die Brandkatastrophe „La Fenice“ (italienisch für Phönix) benannt. Dabei ist der Name zugleich Hinweis auf den freimaurerischen Hintergrund, denn es wurde von einer Theatergesellschaft errichtet, deren Mitglieder größtenteils Freimaurerlogen angehörten. La Fenice – Phönix – der Sonnenvogel, steht hier als Symbol für Wiedergeburt und Auferstehung und bildet einen deutlichen Bezug zur Lichtsymbolik der Aufklärungszeit. Die Bühne wurde schnell eine der bedeutendsten Italiens und Europas und erlebte zahlreiche Uraufführungen. Auch in den für La Fenice geschriebenen Opern sind für die Jahre von 1792 bis 1814 freimaurerische Inhalte in zahlreichen Libretti nachgewiesen. Wie in Italien üblich, wurde damals im Karneval, zu Pfingsten und im Herbst gespielt.
Bereits 1836 wurde das Haus neuerlich durch ein Feuer schwer beschädigt. Diese Schäden konnten innerhalb eines Jahres behoben werden; der Ruf des Hauses blieb unverändert erhalten. Insbesondere Giuseppe Verdi wählte diese Bühne häufig für die Weltpremieren seiner Werke (Ernani, Attila, Rigoletto, Simon Boccanegra, La Traviata). Nach der Einigung Italiens 1870 wurden Mailand, Rom und Neapel verstärkt als Opernzentren gefördert, worunter die Bedeutung von La Fenice aber nie maßgeblich litt. 1883, zwei Monate nach Richard Wagners Tod (in Venedig), fand die italienische Erstaufführung seines vierteiligen Werks (Tetralogie) Der Ring des Nibelungen statt. 1937 wurde das Theater grundlegend durch den venezianischen Stadtbaumeister Eugenio Miozzi saniert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das Haus im Rahmen der Musik-Biennale Venedigs einen neuerlichen Aufschwung. In diesem Umfeld wurde das Festival für zeitgenössische Musik veranstaltet, was auch wieder zu zahlreichen Uraufführungen Anlass gab (Igor Strawinski, Benjamin Britten, Sergei Prokofjew, Luciano Berio, Luigi Nono, Bruno Maderna, Sylvano Bussotti).
Ende des 20. Jahrhunderts folgte die nächste Katastrophe: Während Renovierungsarbeiten wurde am 29. Januar 1996 das Gebäude von dem Elektroingenieur Enrico Carella und seinem Cousin Massimiliano Marchetti in Brand gesteckt, weil Carella eine Konventionalstrafe von € 7.500,00 wegen Arbeitsverzuges umgehen wollte, und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Carella trat nach dem Urteil in letzter Instanz im Jahre 2003 die Haftstrafe nicht an und befindet sich seither auf der Flucht. Im Mai 2007 wurde der Flüchtige von Mexiko an Italien ausgeliefert. Da es um die Art der Wiedererrichtung Kontroversen gab, dauerte es einige Jahre, ehe der Neubau begonnen wurde. Schließlich wurde der im Wettbewerb 1997 ausgezeichnete Beitrag des Architekten Aldo Rossi umgesetzt. Dabei hielt sich Rossi an eine weitestgehend originalgetreue, anhand alter Fotos und Filmdokumente präzisierte Rekonstruktion, ergänzt um notwendige Funktionserweiterungen und Modernisierungen der Technik. So „konnten nun viele der über die Jahrhunderte verlorengegangenen Charakteristika des ursprünglichen Entwurfes von 1790 wieder aufgenommen werden. So zeigt sich das Theater heute zwar in seinem historischen Gewand, doch ist an vereinzelten, wohl ausgewählten Stellen, deutlich zu erkennen, dass die Gegenwart in der es errichtet worden ist, in der Architektur des Theaters reflektiert wird.“
Am 14. Dezember 2003 wurde das Haus zunächst mit einem Konzert des „Orchestra del Teatro la Fenice“ unter der Leitung von Riccardo Muti als Konzertsaal eröffnet. Am 12. November 2004 konnte nach der Fertigstellung der modernsten Bühnenmaschinerie der Welt auch der Opernbetrieb wiederaufgenommen werden. Auf dem Programm stand La Traviata von Verdi unter der Leitung von Lorin Maazel, allerdings nicht in der heute üblichen Fassung, sondern in jener Version, die gut 150 Jahre zuvor hier ihre Uraufführung erlebte. Die legendäre Akustik des Fenice konnte wiederhergestellt und sogar durch modernste Technik verbessert werden. Im Februar 2005 erlitt das Haus einen neuerlichen Schicksalsschlag durch den unerwarteten Tod des musikalischen Leiters Marcello Viotti.
Das Gran Teatro la Fenice wird ganzjährig durch das „Orchestra del Teatro la Fenice“ mit Sinfoniekonzerten bespielt. Die Opernspielsaison (Stagione) beginnt im Januar (im Unterschied zu den meisten anderen italienischen Opernhäusern) und endet im Dezember.

 

Anfahrt

Vaporetto
von Tronchetto: Linie 2
Richtung Rialto-Brücke, Markus und Lido

von der Piazzale Roma und dem Bahnhof Santa Lucia: Linie 1 oder 2
Richtung Rialto-Brücke, Markus und Lido

Haltestellen: Linie 1 bis Rialto-Brücke, St. Angel, Samuel St oder St Mark (Vallaresso);
oder nehmen Sie die Linie 2 bis Rialto-Brücke oder Markus (Vallaresso)


öffentlichen Verkehrsmitteln vom Flughafen Marco Polo - nehmen Sie die orange Linie auf der Rialto-Brücke oder der blauen Linie nach St. Mark (Vallaresso)


Parken: Sie können nicht nach Venedig fahren. Die Autos, Fahrräder und Mopeds sind in der Stadt nicht zulässig. Sie können Ihr Fahrzeug in einem der Parkhäuser am Tronchetto oder der Piazzale Roma parken.

 

Eingänge

Das Opernhaus La Fenice hat zwei Eingänge:
Der Bühneneingang nur für das Theaterpersonal und Künstler

Der Haupteingang


Aufzüge

Die Logen und Gallerie können über Aufzüge erreicht werden

 

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