Don Carlo

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September 2026
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Don Carlo – Giuseppe Verdi | Oper

Dramma lirico in vier Akten (Mailänder Fassung, 1884)

Text: Angelo Zanardini & Achille de Lauzières & Camille du Locle

Sprache: Italienisch

nach dem französischen Libretto der Oper von Joseph Méry und Camile du Locle in der italienischen Übertragung

von Achille de Lauzières & Angelo Zanardini

 

Über das Werk

Der spa­ni­sche Thron­fol­ger Don Carlo hät­te die fran­zö­si­sche Prin­zes­sin Eli­sa­beth hei­ra­ten sol­len.

Nach ei­nem ers­ten Ken­nen­ler­nen sind die bei­den in­ein­an­der ver­liebt. Über­ra­schend gibt der spa­ni­sche Kö­nig Phil­ipp II. be­kannt, Eli­sa­beth selbst hei­ra­ten zu wol­len. Eli­sa­beth fügt sich aus Staats­rä­son. Der li­be­ra­le Mar­quis Po­sa rät sei­nem ver­zwei­fel­ten Freund Don Carlo, sich po­li­tisch für ei­ne bes­se­re Zu­kunft Flan­derns zu en­ga­gie­ren. Da­durch ge­ra­ten Don Carlo und Po­sa aber in ei­ne ge­fähr­li­che Ge­gen­scher­schaft zum über­mäch­ti­gen Groß­in­qui­si­tor.

 

1. & 2. Akt - ca. 105 Minuten

Pause - ca. 25 Minuten

3. & 4. Akt - ca. 80 Minuten

 

 

Handlung

 

Akt 1 & 2

Kai­ser Karl V. – einst der mäch­tigs­te Herr­scher der Welt – leg­te im Klos­ter von San Yus­te die In­si­gni­en sei­ner Macht nie­der, um sein Le­ben in der Ein­sam­keit geist­li­cher Me­di­ta­ti­on zu be­schlie­ßen.

Don Carlo, In­fant von Spa­ni­en, ge­denkt im Klos­ter von San Yus­te der glück­li­chen Be­geg­nung mit der ihm ver­spro­che­nen fran­zö­si­schen Prin­zes­sin Eli­sa­beth in Fon­taine­bleau. Eli­sa­beth wur­de dann aber von sei­nem Va­ter, Kö­nig Phil­ipp II., ge­hei­ra­tet, zur Kö­ni­gin und da­mit zu Car­los’ Stief­mut­ter ge­macht. Carlo wird von sei­nem Ju­gend­freund, dem Mar­quis von Po­sa, an­ge­trof­fen, der aus den von den Spa­ni­ern un­ter­drück­ten flan­dri­schen Pro­vin­zen zu­rück­kehrt. Po­sa über­zeugt Don Carlo, als Ret­ter des be­droh­ten Vol­kes nach Flan­dern zu ge­hen. Phil­ipp und Eli­sa­beth be­tre­ten das Klos­ter, um am Grab­mal des ver­meint­lich ge­stor­be­nen Kai­sers zu be­ten.

In ei­nem Gar­ten un­weit des Klos­ters un­ter­hält die Prin­zes­sin Ebo­li das Ge­fol­ge der Hof­da­men mit ei­nem mau­ri­schen Lied. Als die Kö­ni­gin er­scheint, wird der Mar­quis von Po­sa ge­mel­det. Dem Mar­quis ge­lingt es, der Kö­ni­gin heim­lich ei­ne Nach­richt von Carlo zu über­rei­chen und für ihn ei­ne heim­li­che Au­di­enz zu er­bit­ten. Prin­zes­sin Ebo­li, die Mätres­se des Kö­nigs, miss­ver­steht sei­ne An­deu­tun­gen und glaubt, der In­fant ha­be sich in sie ver­liebt.

Al­lein mit der Kö­ni­gin kann Carlo sei­ne Ge­füh­le nicht län­ger ver­ber­gen. Eli­sa­beth, die den Prin­zen im­mer noch liebt, sich ih­rer Pflicht als Kö­ni­gin je­doch be­wusst ist, be­schwört den Ver­zwei­fel­ten, auf die Er­fül­lung sei­ner Lie­be zu ver­zich­ten.

 

Als der Kö­nig sei­ne Ge­mah­lin oh­ne Be­glei­tung an­trifft, ver­weist er die da­für ver­ant­wort­li­che Grä­fin von Aremberg vom Ho­fe. Eli­sa­beth nimmt Ab­schied von der Ver­bann­ten.

Po­sa schil­dert dem Herr­scher das Elend des flan­dri­schen Vol­kes. Phil­ipp, der an der mu­ti­gen Spra­che Po­sas Ge­fal­len fin­det, be­schließt, die­sen als sei­nen Ver­trau­ten in sei­ne Nä­he zu zie­hen, warnt ihn je­doch vor der Macht der In­qui­si­ti­on. Don Carlo ist ei­ner Ein­la­dung zu ei­nem Ren­dez­vous im kö­nig­li­chen Park von Ma­drid ge­folgt, in der An­nah­me, Eli­sa­beth ha­be sie ihm ge­schickt. Als ei­ne Ver­schlei­er­te naht, be­stürmt er sie mit Lie­bes­er­klä­run­gen. Zu spät muss er er­ken­nen, dass er der Prin­zes­sin Ebo­li sein Ge­heim­nis ver­ra­ten hat. Po­sa, der hin­zu­tritt, will die ge­fähr­li­che Mit­wis­se­rin zum Schwei­gen brin­gen, doch Carlo fällt ihm in den Arm. Die in ih­rem Stolz ge­kränk­te Prin­zes­sin schwört Ra­che. Der Mar­quis lässt sich von sei­nem Freund al­le ihn ge­fähr­den­den po­li­ti­schen Brie­fe aus­hän­di­gen.

Vor der Ka­the­dra­le von Ma­drid hat sich ei­ne gro­ße Men­schen­men­ge ver­sam­melt, um ei­nem Au­to­da­fé, der öf­fent­li­chen Hin­rich­tung der von der In­qui­si­ti­on ver­ur­teil­ten Ket­zer, bei­zu­woh­nen. An der Spit­ze ei­ner flan­dri­schen De­pu­ta­ti­on tritt Don Carlo dem Kö­nig ent­ge­gen, um von ihm die Re­gent­schaft in den un­ter­joch­ten Pro­vin­zen zu for­dern. Als der Kö­nig die­ses An­sin­nen zu­rück­weist, zieht der vom Zorn über­mann­te Prinz sei­nen De­gen. Kei­ner der Gro­ßen des Rei­ches kommt dem be­droh­ten Herr­scher zu Hil­fe, bis Po­sa den Freund ent­waff­net und dar­auf­hin von Phil­ipp zum Her­zog er­ho­ben wird. Das Au­to­da­fé nimmt sei­nen Fort­gang. Die Flam­men des Schei­ter­hau­fens lo­dern em­por, wäh­rend ei­ne Stim­me vom Him­mel den Op­fern ewi­gen Frie­den ver­heißt.

 

Akt 3 & 4

Kö­nig Phil­ipp be­klagt die Ein­sam­keit und Bür­de sei­nes Am­tes. Im Zwie­spalt sei­nes Ge­wis­sens sucht er Rat bei dem blin­den Groß­in­qui­si­tor.

Die­ser be­stärkt ihn in der Ab­sicht, den Auf­ruhr des In­fan­ten mit äu­ßers­ter Här­te zu be­stra­fen, for­dert aber sei­ner­seits das Le­ben des Mar­quis von Po­sa, den er der Frei­geis­te­rei ver­däch­tigt. Phil­ipp wehrt sich zu­nächst, un­ter­wirft sich aber letzt­lich der Macht der Kir­che.

Die Kö­ni­gin führt leb­haf­te Be­schwer­de bei ih­rem Ge­mahl über die Ent­wen­dung ih­rer Schmuck­scha­tul­le und fin­det die­se auf dem Schreib­tisch des Kö­nigs. Als Phil­ipp die Scha­tul­le öff­net und das Por­trait des In­fan­ten dar­in ent­deckt, be­zich­tigt er die Gat­tin des Ehe­bruchs. Um der in Ohn­macht nie­der­ge­sun­ke­nen bei­zu­ste­hen, ei­len die Prin­zes­sin Ebo­li und der Mar­quis von Po­sa her­bei. Al­lein mit der Kö­ni­gin ge­steht die Prin­zes­sin ih­ren Ver­rat an Carlo und ih­re heim­li­che Li­ai­son mit dem Kö­nig. Sie wird von Eli­sa­beth in ein Klos­ter ver­bannt.

 

Po­sa sucht den ge­fan­ge­nen In­fan­ten im Ker­ker auf, um ihm sei­ne Hand­lun­gen zu er­klä­ren und von ihm Ab­schied zu neh­men. Mit Hil­fe der ihm über­las­se­nen Brie­fe hat er je­den Ver­dacht der Kon­spi­ra­ti­on mit Flan­dern von Carlo auf sich ab­ge­lenkt, um dem Freund die Mög­lich­keit zu ge­ben, als künf­ti­ger Kö­nig den un­ter­drück­ten Völ­kern einst zu ih­rem Le­bens­recht zu ver­hel­fen.

Ein Schuss aus dem Hin­ter­halt trifft den Mar­quis in den Rü­cken, ster­bend ver­weist er den Freund an die Kö­ni­gin, die den Wunsch hat, Carlo ein letz­tes Mal zu se­hen. Der Kö­nig be­tritt den Ker­ker, um sei­nem Sohn den De­gen zu­rück­zu­ge­ben. Carlo klagt ihn als Mör­der sei­nes Freun­des an. Das em­pör­te Volk for­dert die Be­frei­ung des In­fan­ten. Als es sich re­bel­lie­rend ge­gen den Kö­nig wen­det, legt sich der grei­se Groß­in­qui­si­tor ins Mit­tel. Vor sei­ner Dro­hung sinkt das Volk in die Knie.

Im Klos­ter von San Yus­te er­war­tet die Kö­ni­gin den In­fan­ten, der nach Flan­dern auf­bre­chen wird, zu ei­nem letz­ten Le­be­wohl. Die bei­den Lie­ben­den ent­sa­gen je­der Er­fül­lung ih­rer Lie­be. Der Kö­nig und der Groß­in­qui­si­tor tre­ten hin­zu. Als die Scher­gen der In­qui­si­ti­on Hand an den Prin­zen le­gen wol­len, ent­zieht ein ge­heim­nis­vol­ler Mönch, des­sen Stim­me an die des ab­ge­schie­de­nen Kai­sers ge­mahnt, Don Carlo sei­nen Ver­fol­gern.

Programm und Besetzung

Philipp II.: Günther Groissböck

Don Carlo: Vittorio Grigolo

Rodrigo, Marquis von Posa: Étienne Dupuis

Der Großinquisitor: Ain Anger

Ein Mönch: Dan Paul Dumitrescu

Elisabetta: Elena Stikhina

Eboli: Eve-Maud Hubeaux

Tebaldo: Ilia Staple

 

Musikalische Leitung: Pier Giorgio Morandi

Regie, Bühne, Kostüme: Kirill Serebrennikov

Ko-Kostümbildnerin: Galya Solodovnikova

Choreografie und Regieassistenz: Evgeny Kulagin

Mitarbeit Bühnenbild: Olga Pavluk

Licht: Franck Evin

Video: Ilya Shagalov

Musik-Dramaturgie: Daniil Orlov

Wiener Staatsoper

 

Öffentliche Verkehrsmittel


U-Bahn: U1, U2, U4
Straßenbahnen: 1, 2, D, 62, 65
Autobus: 59A
Lokalbahn: Badner Bahn

Es befinden sich Taxistände in der Nähe.

 

Mit dem Auto / Parken


Parken Sie 8 Stunden um € 6,-!
Die Wiener Staatsoper und die ÖPARK-Kärntnerringgarage in der Mahlerstraße 8, unter den Ringstraßengalerien, bieten dem Publikum der Wiener Staatsoper eine vergünstigte Parkpauschale.

Ab Einfahrt in die Kärntnerringgarage können Sie 8 Stunden parken und zahlen nach Entwertung Ihres Tickets bei einem der Rabattiergeräte, die in der Wiener Staatsoper aufgestellt sind nur eine Pauschale von 6,- Euro. Die Rabattiergeräte befinden sich bei folgenden Garderoben: Operngasse, Herbert von Karajan-Platz, Balkon rechts und links sowie Galerie.

Wichtig: Um den Rabatt zu erhalten, bitte bei der Einfahrt ein Ticket ziehen und nicht die Kreditkarte verwenden!

Sie können mit Ihrem in der Wiener Staatsoper entwerteten Ticket dann bequem mit Kreditkarte oder Bargeld bei den Automaten bezahlen.

Die Automaten akzeptieren Münzen und Banknoten bis zu einer Höhe von 50.- Euro. Eine über 8 Stunden hinausgehende Parkdauer wird stundenweise zum Normaltarif verrechnet.

 

Geschichte

 

Geplant wurde das Opernhaus von den Wiener Architekten August von Sicardsburg, der den Grundplan entwarf, und Eduard van der Nüll, der die Innendekoration gestaltete. Aber auch andere bedeutende Künstler wirkten mit. Etwa Moritz von Schwind, der die Fresken im Foyer und den berühmten "Zauberflöten"-Freskenzyklus in der Loggia malte. Die beiden Architekten erlebten die Eröffnung "ihres" Opernhauses nicht mehr. Der sensible van der Nüll beging Selbstmord, sein Freund Sicardsburg erlag wenig später einem Schlaganfall.

Am 25. Mai 1869 wurde das Haus mit Mozarts DON JUAN in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth feierlich eröffnet.
Mit der künstlerischen Ausstrahlung unter den ersten Direktoren Franz von Dingelstedt, Johann Herbeck, Franz Jauner und Wilhelm Jahn wuchs jedoch auch die Popularität des Bauwerkes. Einen ersten Höhepunkt erlebte die Wiener Oper unter dem Direktor Gustav Mahler, der das veraltete Aufführungssystem von Grund auf erneuerte, Präzision und Ensemblegeist stärkte und auch bedeutende bildende Künstler (darunter Alfred Roller) zur Formung der neuen Bühnenästhetik heranzog.

Ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Hauses sind die Jahre von 1938 bis 1945, als im Nationalsozialismus viele Mitglieder des Hauses verfolgt, vertrieben und ermordet wurden, zahlreiche Werke nicht mehr gespielt werden durften.

Am 12. März 1945 wurde das Haus am Ring durch Bombentreffer weitgehend verwüstet, doch bereits am 1. Mai 1945 wurde die "Staatsoper in der Volksoper" mit einer Aufführung von Mozarts DIE HOCHZEIT DES FIGARO eröffnet, am 6. Oktober 1945 folgte die Wiedereröffnung des in aller Eile restaurierten Theaters an der Wien mit Beethovens FIDELIO. Damit gab es für die nächsten zehn Jahre zwei Spielstätten, während das eigentliche Stammhaus mit großem Aufwand wiedererrichtet wurde.

Schon am 24. Mai 1945 hatte der Staatssekretär für öffentliche Bauten, Ing. Julius Raab, den Wiederaufbau der Wiener Staatsoper verkündet. Nur die Hauptfassade, die Feststiege und das Schwindfoyer waren von den Bomben verschont geblieben - mit neuem Zuschauerraum und modernisierter Technik wurde die Wiener Staatsoper glanzvoll mit Beethovens FIDELIO unter Karl Böhm am 5. November 1955 wiedereröffnet. Die Eröffnungsfeierlichkeiten wurden vom Österreichischen Fernsehen übertragen und in der ganzen Welt zugleich als Lebenszeichen der neuerstandenen 2. Republik verstanden.

Heute gilt die Wiener Staatsoper als eines der wichtigsten Opernhäuser der Welt, vor allem als das Haus mit dem größten Repertoire. Direktor ist seit 1. September 2010 Dominique Meyer.

Opera de Stat Viena
© Bwag/Commons
© Wiener Staatsoper | Frol Podlesny
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