Norma
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Norma – Vincenzo Bellini | Oper
Melodramma in zwei Akten
Text: Felice Romani
Sprache: Italienisch
Über das Werk
Norma ist eine gallische Druidenpriesterin, die sich der Frieden gebietenden Göttin des Mondes und der Fruchtbarkeit verpflichtet weiß.
Sie weigert sich, den kriegshungrigen Galliern das Signal zum Aufstand gegen die römische Fremdherrschaft zu geben. Die beiden Kinder, die sie in heimlicher Ehe mit dem Römer Pollione geboren hat, hält sie vor ihren Landsleuten verborgen. Als ihr Ehemann sie mit einer jüngeren Frau zu betrügen versucht, droht ihre Existenz zu zerbrechen. Sie überwindet die Versuchung, ihre Kinder zu töten und ihre Rivalin zu strafen. Ihre Selbstanzeige rettet ihnen das Leben.
1. Akt - ca. 90 Minuten
Pause - ca. 25 Minuten
2. Akt - ca. 60 Minuten
Handlung
1. AKT
Oroveso, das Oberhaupt der Druiden, verpflichtet die Gallier, gegen die verhasste römische Fremdherrschaft ohne göttliche Zustimmung nichts zu unternehmen. Bei Aufgang des Mondes wird seine Tochter, die Priesterin Norma, den göttlichen Willen verkünden. Die Männer rufen Irminsul, den Gott des Krieges, an: Er möge das Zeichen zum Aufstand geben.
Heimlich führt Pollione, der römische Prokonsul, mit Norma ein eheähnliches Verhältnis. Sie haben zwei Kinder. Aber nicht um seine Familie zu sehen, hat Pollione sich in den Tempel eingeschlichen, sondern um Adalgisa willen, einer jungen Priesterin, in die er sich verliebt hat.
Norma tritt vor das Volk. Sie prophezeit den Untergang Roms: »Eines Tages wird es sterben; doch nicht durch euch. An den eigenen Lastern geht es zugrunde.« Ihre spirituelle Autorität zwingt die Gallier, in das Gebet an die Mondgöttin mit der Bitte um Frieden einzustimmen. Dann entlässt sie die Gemeinde. Einmal mehr hat sie Pollione und ihre Kinder vor der Gefährdung durch einen Aufstand bewahrt.
Pollione eröffnet der von Liebe und Schuldgefühlen bedrängten Adalgisa, dass er nach Rom zurückkehren wird. Adalgisa entscheidet sich, ihm zu folgen.
Norma offenbart ihrer Vertrauten Clotilde ihre Ängste angesichts der Entfremdung Polliones von ihr. Adalgisa bekennt Norma, dass sie sich verliebt hat. Zu ihrer Überraschung entbindet Norma sie von ihrem Gelübde. Doch als offenbar wird, dass ihr Geliebter der Vater von Normas Kindern ist, stößt Adalgisa Pollione als Lügner zurück. Norma verflucht ihn.
2. AKT
Norma glaubt, ihre Kinder töten zu müssen: bei den Galliern sei ihnen der Tod sicher, bei den Römern die Sklaverei, »schlimmer noch als Tod«. Sie vermag es nicht. Nun fordert sie Adalgisa auf, Pollione zu heiraten und sich ihrer beiden Kinder als Stiefmutter anzunehmen. Doch Adalgisa gelingt es, der zum Selbstmord entschlossenen Norma wieder Hoffnung zu geben: Sie selbst will Pollione dazu bewegen, zu ihr und den Kindern zurückzukehren.
Oroveso mahnt die Gallier, die das römische Lager überfallen wollen, zur Zurückhaltung, denn Pollione soll von einem wesentlich brutaleren Prokonsul abgelöst werden.
Clotilde bringt Norma die Nachricht, dass Adalgisas Vermittlungsversuch gescheitert ist. Norma gibt das von den Galliern ersehnte Signal zum offenen Aufstand. Pollione wird gefangen hereingeschleppt: Er hatte versucht, die sich ihm verweigernde Adalgisa zu entführen. Norma macht Pollione unter vier Augen ein letztes Angebot: Wenn er bereit ist, von Adalgisa abzulassen, wird sie ihm die Flucht ermöglichen. Doch seinen zynischen Gleichmut vermag erst ihre Drohung zu erschüttern, Adalgisa vor seinen Augen hinrichten zu lassen.
Norma ruft das Volk zurück. Sie habe den Landesverrat einer eidbrüchigen Priesterin anzuklagen. Doch statt Adalgisa zu denunzieren, antwortet sie auf die erregten Fragen nach deren Identität mit den Worten: »Ich bin es.« Angesichts ihres Selbstopfers bekennt sich Pollione wieder zu seiner Liebe zu ihr; doch seine Bitte, ihm zu verzeihen, lässt Norma unbeantwortet. Ihrem Vater Oroveso gesteht Norma, dass sie Mutter ist. Bevor sie den Scheiterhaufen besteigt, vermag sie dem Widerstrebenden das Versprechen abzuringen, ihre Kinder vor der Wut ihres Volkes zu schützen.
Programm und Besetzung
Pollione: John Osborn
Oroveso: Roberto Tagliavini
Norma: Sonya Yoncheva
Adalgisa: Elmina Hasan
Musikalische Leitung: Lorenzo Passerini
Inszenierung: Cyril Teste
Bühne: Valérie Grall
Kostüme: Marie La Rocca
Video: Mehdi Toutain-Lopez, Nicolas Doremus
Choreografie: Magdalena Chowaniec
Licht: Julien Boizard
Regieassistenz: Céline Gaudier
Wiener Staatsoper
Öffentliche Verkehrsmittel
U-Bahn: U1, U2, U4
Straßenbahnen: 1, 2, D, 62, 65
Autobus: 59A
Lokalbahn: Badner Bahn
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Geschichte
Geplant wurde das Opernhaus von den Wiener Architekten August von Sicardsburg, der den Grundplan entwarf, und Eduard van der Nüll, der die Innendekoration gestaltete. Aber auch andere bedeutende Künstler wirkten mit. Etwa Moritz von Schwind, der die Fresken im Foyer und den berühmten "Zauberflöten"-Freskenzyklus in der Loggia malte. Die beiden Architekten erlebten die Eröffnung "ihres" Opernhauses nicht mehr. Der sensible van der Nüll beging Selbstmord, sein Freund Sicardsburg erlag wenig später einem Schlaganfall.
Am 25. Mai 1869 wurde das Haus mit Mozarts DON JUAN in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth feierlich eröffnet.
Mit der künstlerischen Ausstrahlung unter den ersten Direktoren Franz von Dingelstedt, Johann Herbeck, Franz Jauner und Wilhelm Jahn wuchs jedoch auch die Popularität des Bauwerkes. Einen ersten Höhepunkt erlebte die Wiener Oper unter dem Direktor Gustav Mahler, der das veraltete Aufführungssystem von Grund auf erneuerte, Präzision und Ensemblegeist stärkte und auch bedeutende bildende Künstler (darunter Alfred Roller) zur Formung der neuen Bühnenästhetik heranzog.
Ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Hauses sind die Jahre von 1938 bis 1945, als im Nationalsozialismus viele Mitglieder des Hauses verfolgt, vertrieben und ermordet wurden, zahlreiche Werke nicht mehr gespielt werden durften.
Am 12. März 1945 wurde das Haus am Ring durch Bombentreffer weitgehend verwüstet, doch bereits am 1. Mai 1945 wurde die "Staatsoper in der Volksoper" mit einer Aufführung von Mozarts DIE HOCHZEIT DES FIGARO eröffnet, am 6. Oktober 1945 folgte die Wiedereröffnung des in aller Eile restaurierten Theaters an der Wien mit Beethovens FIDELIO. Damit gab es für die nächsten zehn Jahre zwei Spielstätten, während das eigentliche Stammhaus mit großem Aufwand wiedererrichtet wurde.
Schon am 24. Mai 1945 hatte der Staatssekretär für öffentliche Bauten, Ing. Julius Raab, den Wiederaufbau der Wiener Staatsoper verkündet. Nur die Hauptfassade, die Feststiege und das Schwindfoyer waren von den Bomben verschont geblieben - mit neuem Zuschauerraum und modernisierter Technik wurde die Wiener Staatsoper glanzvoll mit Beethovens FIDELIO unter Karl Böhm am 5. November 1955 wiedereröffnet. Die Eröffnungsfeierlichkeiten wurden vom Österreichischen Fernsehen übertragen und in der ganzen Welt zugleich als Lebenszeichen der neuerstandenen 2. Republik verstanden.
Heute gilt die Wiener Staatsoper als eines der wichtigsten Opernhäuser der Welt, vor allem als das Haus mit dem größten Repertoire. Direktor ist seit 1. September 2010 Dominique Meyer.

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